Montag, 26. März 2012
Als die Neinjas die Sommerzeit abschafften
Ich erwähnte bereits, dass Neinjas einen Erleuchtungsgrad erreicht haben, der selbst für die Hellsten der Erleuchteten nur schwer nachvollziehbar ist. Auch wenn die Synode von Fukushima 1386 festgelegte, dass es nur eine a-atomare Form der Erleuchtung gibt. Erleuchtet oder nicht erleuchtet. Nun versuchen die Japaner auf etwas eigenwillige Art, andere Erleuchtungsmethoden auszutarieren, aber jedem Tierchen sein Plesierchen wie Konfusius sagt.
Eines Tages zwischen 1386 und letztem Jahr bemerkte der Neinja Flinker Affe tanzt in den Strahlen einen mächtigen Dämon, der sich anschickte, große Teile der Menschheit zu versklaven. Lediglich die Engländer boten ihm die Stirn, aber die kannte Flinker Affe tanzt in den Strahlen ja noch gar nicht (ein Nachfahre soll die Briten jedoch mit Tee in Kontakt gebracht haben, es waren keinesfalls die Gallier, wie manche französische Quellen behaupten). Dieser Dämon raubte den Menschen Zeit und brachte Verzweiflung und Schlafmangel. Vor allem aber stiftete er Verwirrung durch ein kollektives Unverständnis unter den Menschen. „Warum tun wir uns das an?“, fragten sie, als sie sich einer Stunde ihrer kostbaren Zeit beraubt sahen. Die anderen zuckten nur mit den Achseln. „Kennt Ihr jemanden, der das gut findet?“, fragte ein weiterer. Alle schüttelten den Kopf. „Glaubt Ihr, dass eure Könige das gut finden?“ Alle winkten ab, schüttelten den Kopf. „Gibt es also irgendeinen Grund für den Zeitraub?“
Als schon alle wieder mit dem Kopf schütteln wollten, erschien der Dämon, verkleidet als Weiser. „Ihr verbraucht weniger Kerzenwachs, denn abends bleibt es länger hell!“
"Ah" und "Oh" machten da die Leute und gingen beruhigt nach Hause. Einige fragten sich, ob Kerzen abends weniger Wachs verbrauchen als morgens, denn schließlich brach auch der Tag nun eine Stunde später an, aber sie wagten nicht zu fragen, hatte doch ein Weiser gesprochen.
Einige hundert Jahre später gab es die gleiche Diskussion. Da erschien wieder der Dämon, diesmal als westlicher Militärberater. „Es ist doch besser, wenn es später dunkel wird, dann können die Feinde Eure Häuser nicht sehen.“
Das leuchtete allen ein. Auch wenn die Häuser dafür am Morgen besser gesehen werden konnten.

Schließlich erschien Flinker Affe tanzt in den Strahlen. „Warum stellt Ihr denn zwei Mal im Jahr eure Uhren um, anstatt einfach immer die gleiche Zeit zu haben?“, fragte er. Schließlich war er erleuchtet.
„Hm ja“, meinte einer. „Das war halt immer so. Steigert angeblich die Produktivität. Stimmt aber nicht.“
„Findest du das gut?“, fragte Flinker Affe.
„Nein.“
„Kennst du jemanden, der das gut findet?“
„Nein.“
„Kennst du jemanden, der das doof findet?“
„Ja, viele. Alle.“
Flinker Affe tanzt in den Strahlen fragte den König, ob man diesen Unsinn nicht beenden könnte. Der schlug die Hände über dem Kopf zusammen.
„Das geht nicht. Alle machen doch mit. Das nennt man Globalisierung. Alleine können wir da gar nichts machen.“
„Klar könnt Ihr das“, meinte Flinker Affe tanzt in den Strahlen, verwirrte alle Könige und Kaiser der Region mit Neinja-Verwirrungspulver und vertrieb den Dämon. Der fand nährstoffhaltigen Boden und kriegszerdepperte Hirne in den westlichen Staaten. Die fanden die Ideen von gesteigerter Produktivität, Kerzen, Licht und allem anderen Unsinn ausgezeichnet.
So kam es, dass die Neinjas Asien von der Sommerzeit befreiten und ihre Kinder auch am 26.3. des Jahres pünktlich und ausgeschlafen in die Kindergärten bekommen.

... link (0 Kommentare)   ... comment