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Dienstag, 29. November 2011
Die Geschichte der Neinjas
diegodelawegda, 12:11h
Mein Blog heißt Von Neinjas und anderen Monstern. Aber wie man ohne Schwierigkeiten erkennen kann, ging es bislang überhaupt nicht um Neinjas. Und das will ich nun endlich ändern. Viele Leser dieses Blogs haben gehofft, es wäre das Block eines Ninjas. Schließlich gibt es kaum bloggende Ninjas, die sind ja auch meistens damit beschäftigt, zu kämpfen, zu klettern, sich zu verstecken oder ihre lustigen schwarzen Socken mit dem extra Zehenfach zu waschen. Da bleibt wenig Zeit fürs Internet, auch wenn natürlich jede Ninjutsu-Schule, die etwas auf sich hält, im Netz präsent ist. Aber um das an dieser Stelle ganz klar zu formulieren: Dies ist kein Ninja-Blog. Nein. Und es gibt keine twitternden Ninjas. Man stelle sich das mal vor. „Betrete gerade das Geheimlabor der Ratingagentur Moodys. Überall Würfel und jede Menge Spielzeugautos, außerdem ein riesiges Portrait Ronald Reagans.“ Oder so ähnlich. Für diese Dinge gibt es doch Chuck!
Der Begriff Neinja entstammt jedenfalls dem Tao. Nein und Ja, Ying und Yang, Dunkel und Hell. Männlich und Weiblich. Gut und schlecht. Weich und hart. Schnell und, na, ist ja auch egal. Neinjas sind also mystische Krieger, die alle Aspekte, alle Bewusstseinsebenen beherrschen, Erleuchtete. Erst wenn ein Ninja diese ultimative Stufe der Fähigkeiten erreicht hat, darf er sich Neinja nennen. Und nur ein Neinja darf den regenbogenfarbenen Gürtel des Friedens tragen. Der eignet sich nicht mehr zum Schleichen und zum Verstecken, aber ein Neinja befindet sich längst jenseits solcher Kleinigkeiten.
Das Buch der Tausend Pflaumen
Das Buch der tausend Pflaumen berichtet von einem Neinja der Edozeit, der Hochphase der Shinobi. Shinobi ist ein anderes Wort für Ninjas. Der Name dieses Neinja war leider geheim. Auch seine Taten sind bis heute geheim gehalten worden. Deshalb heißt er vollständig „Die Geheime Pflaume“ oder auch „Schnelle Schildkröte“. Kenner des Japanischen der Edo-Zeit werden direkt bemerkt haben, dass die Zeichen „Geheime Pflaume“ und „Schnelle Schildkröte“ synonym verwendet werden können. Es wird vermutet, dass Geheime Pflaume so alt wurde wie eine Galapagos-Schildkröte. Da bis heute immer noch nicht bekannt ist, wie alt die wirklich werden können, muss man im Umkehrschluss auch davon ausgehen, dass der Neinja Geheime Pflaume oder Schnelle Schildkröte immer noch am Leben ist. Das klingt wie esoterischer Unsinn, sicher, aber wer ein wenig in die Tiefe des Ninja-Mystizismus eintaucht, wird viele Dinge entdecken, die uns in unserer ach so zivilisierten Welt unmöglich scheinen. Genau wie ein Mensch, der gleichzeitig Ja und Nein ist. Hart und weich. Schnell und langsam. Mann und, äh, naja, wie sagt Konfuzius: Über das Ziel hinausschießen ist genau so schlimm, wie das Ziel nicht zu erreichen.
Der Begriff Neinja entstammt jedenfalls dem Tao. Nein und Ja, Ying und Yang, Dunkel und Hell. Männlich und Weiblich. Gut und schlecht. Weich und hart. Schnell und, na, ist ja auch egal. Neinjas sind also mystische Krieger, die alle Aspekte, alle Bewusstseinsebenen beherrschen, Erleuchtete. Erst wenn ein Ninja diese ultimative Stufe der Fähigkeiten erreicht hat, darf er sich Neinja nennen. Und nur ein Neinja darf den regenbogenfarbenen Gürtel des Friedens tragen. Der eignet sich nicht mehr zum Schleichen und zum Verstecken, aber ein Neinja befindet sich längst jenseits solcher Kleinigkeiten.
Das Buch der Tausend Pflaumen
Das Buch der tausend Pflaumen berichtet von einem Neinja der Edozeit, der Hochphase der Shinobi. Shinobi ist ein anderes Wort für Ninjas. Der Name dieses Neinja war leider geheim. Auch seine Taten sind bis heute geheim gehalten worden. Deshalb heißt er vollständig „Die Geheime Pflaume“ oder auch „Schnelle Schildkröte“. Kenner des Japanischen der Edo-Zeit werden direkt bemerkt haben, dass die Zeichen „Geheime Pflaume“ und „Schnelle Schildkröte“ synonym verwendet werden können. Es wird vermutet, dass Geheime Pflaume so alt wurde wie eine Galapagos-Schildkröte. Da bis heute immer noch nicht bekannt ist, wie alt die wirklich werden können, muss man im Umkehrschluss auch davon ausgehen, dass der Neinja Geheime Pflaume oder Schnelle Schildkröte immer noch am Leben ist. Das klingt wie esoterischer Unsinn, sicher, aber wer ein wenig in die Tiefe des Ninja-Mystizismus eintaucht, wird viele Dinge entdecken, die uns in unserer ach so zivilisierten Welt unmöglich scheinen. Genau wie ein Mensch, der gleichzeitig Ja und Nein ist. Hart und weich. Schnell und langsam. Mann und, äh, naja, wie sagt Konfuzius: Über das Ziel hinausschießen ist genau so schlimm, wie das Ziel nicht zu erreichen.
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Freitag, 18. November 2011
Menschliche Relativitätstheorie. Oder die Sucht nach der Rangliste
diegodelawegda, 01:14h
Ich habe mich gefragt, warum sich Menschen eigentlich immer mit anderen vergleichen. Weil das menschlich ist, könnte man antworten. Ja, ja, schon klar. Ich bin ja auch ein Mensch und kenne dieses er-Syndrom. Das besser, schöner, weiter, schneller, klüger usw.
Kinder übernehmen das dann ganz flugs von ihren Eltern. „Ich kann das schon und du noch nicht, ätsch!“ So als ob es eine Leistung wäre, an ein Regal zu kommen, das für ein anderes Kind noch unerreichbar ist. Wahnsinnsleistung!
Einsteins Relativitätstheorie wird ja auch gerne auf menschliches Vergleichen reduziert. Langweilt sich der Mensch, vergeht die Zeit langsamer. Macht er etwas Spannendes, vergeht sie schneller. Tatsächlich vergeht die Zeit ja immer im gleichen Rhythmus, wir reden in diesem Zusammenhang deshalb ja nicht von Physik sondern höchstens von Egozentrik. Die Zeit interessiert sich nun mal nicht ansatzweise so sehr für uns wie wir selbst das tun. Aber so sind Menschen halt.
Geht es um die Sache?
Menschen ist es meistens auch gar nicht so wichtig, etwas gut zu machen. Viel wichtiger ist es, besser zu sein als die anderen. Zumindest nicht schlechter. Mindestens aber schneller. Die Qualität ihres eigenen Handelns bewerten sie konsequenterweise auch nicht mit „ich werde besser, gut oder wow“, sondern mit, „ob die anderen das auch geschafft haben? Ob die anderen das besser gemacht haben? Oh jeh, im Vergleich mit den anderen habe ich bestimmt wieder versagt!“ Vor allem letzter Punkt schafft natürlich jede Menge Arbeitsplätze in der Beratungsbranche, vielleicht sollte ich das einfach nicht so verbissen sehen. Machen die anderen ja auch nicht.
So was Doofes.
Die menschliche Relativitätstheorie hat dabei längst unsere gesamte Gesellschaft erfasst. Ratings, Tabellen, Ranglisten, wohin man schaut. Wenn es um Platzierungen, Ergebnisse und Tabellen geht, setzt die Logik und das Denkvermögen geradezu reflexartig aus. Genau der richtige Zeitpunkt für glaubwürdige Instanzen. Jurys, Leute, die, wenn schon nicht qualifiziert, dann doch mindestens von sich selbst überzeugt sind. Und die bewerten dann. Per Ranking. Oder per Charts. Kreditwürdigkeit. Mit Evaluierung. Oder per Wahl zum sexiest man alive. Oder indem sie (gerne auch sich selbst) Preise verleihen. Fernsehpreise, Musikpreise, PISA, Hochschulrankings, Topmodels, egal was. Wen interessiert schon, wer da eigentlich Veranstalter ist, welche Motivation er hat, ob da ein Hirn oder nur Knete im Kopf vorhanden ist, völlig wurst, Hauptsache es gibt einen Medaillenspiegel!
Kinder übernehmen das dann ganz flugs von ihren Eltern. „Ich kann das schon und du noch nicht, ätsch!“ So als ob es eine Leistung wäre, an ein Regal zu kommen, das für ein anderes Kind noch unerreichbar ist. Wahnsinnsleistung!
Einsteins Relativitätstheorie wird ja auch gerne auf menschliches Vergleichen reduziert. Langweilt sich der Mensch, vergeht die Zeit langsamer. Macht er etwas Spannendes, vergeht sie schneller. Tatsächlich vergeht die Zeit ja immer im gleichen Rhythmus, wir reden in diesem Zusammenhang deshalb ja nicht von Physik sondern höchstens von Egozentrik. Die Zeit interessiert sich nun mal nicht ansatzweise so sehr für uns wie wir selbst das tun. Aber so sind Menschen halt.
Geht es um die Sache?
Menschen ist es meistens auch gar nicht so wichtig, etwas gut zu machen. Viel wichtiger ist es, besser zu sein als die anderen. Zumindest nicht schlechter. Mindestens aber schneller. Die Qualität ihres eigenen Handelns bewerten sie konsequenterweise auch nicht mit „ich werde besser, gut oder wow“, sondern mit, „ob die anderen das auch geschafft haben? Ob die anderen das besser gemacht haben? Oh jeh, im Vergleich mit den anderen habe ich bestimmt wieder versagt!“ Vor allem letzter Punkt schafft natürlich jede Menge Arbeitsplätze in der Beratungsbranche, vielleicht sollte ich das einfach nicht so verbissen sehen. Machen die anderen ja auch nicht.
So was Doofes.
Die menschliche Relativitätstheorie hat dabei längst unsere gesamte Gesellschaft erfasst. Ratings, Tabellen, Ranglisten, wohin man schaut. Wenn es um Platzierungen, Ergebnisse und Tabellen geht, setzt die Logik und das Denkvermögen geradezu reflexartig aus. Genau der richtige Zeitpunkt für glaubwürdige Instanzen. Jurys, Leute, die, wenn schon nicht qualifiziert, dann doch mindestens von sich selbst überzeugt sind. Und die bewerten dann. Per Ranking. Oder per Charts. Kreditwürdigkeit. Mit Evaluierung. Oder per Wahl zum sexiest man alive. Oder indem sie (gerne auch sich selbst) Preise verleihen. Fernsehpreise, Musikpreise, PISA, Hochschulrankings, Topmodels, egal was. Wen interessiert schon, wer da eigentlich Veranstalter ist, welche Motivation er hat, ob da ein Hirn oder nur Knete im Kopf vorhanden ist, völlig wurst, Hauptsache es gibt einen Medaillenspiegel!
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Montag, 7. November 2011
underachievers please try harder
diegodelawegda, 12:33h
Ich bin ein Underachiever und zwar von ganzem Herzen. Underachiever sind Leute, die, obwohl mit Hirn gesegnet oder gestraft, chronisch unter ihren Möglichkeiten bleiben. Das mit dem Hirn ist natürlich so eine Sache. Schließlich wird der Doofe nie wissen, dass der andere klüger ist. Da Doofe empirisch erwiesen nicht klug sind, überschätzen sie sich. Vielleicht bin ich also gar kein Underachiever, sondern ein wenig kluger Doofer. Das hoffe und glaube ich natürlich nicht. Aber das liegt ja wieder in der Natur der Sache. Jetzt könnte ich mich natürlich damit beruhigen, nur so vor Selbstkritikfähigkeit zu strotzen. Underachiever neigen zu Selbstkritik, wohlmöglich sogar zu übertriebener Selbstkritik. Oh ja, da kann ich ein Lied von singen! Doofe Leute sind chronisch unselbstkritisch. Die meisten sehr erfolgreichen Menschen, die ich kenne, halten auch nicht sonderlich viel von Selbstkritik. Man gucke sich nur mal Politiker oder Unternehmensberater an. Jetzt liegt Erfolg natürlich im Auge des Betrachters. Wer auch immer den da hingelegt hat. Da in unserer Gesellschaft Erfolg vor allem mit Geld gleichgesetzt wird, oder mit Berühmtheit, bin ich bislang nicht sonderlich erfolgreich. Jedenfalls bedingt Selbstkritik die Fähigkeit, sich ständig zu verbessern. Es bedingt aber auch die Fähigkeit, sich selbst im Weg zu stehen. Sich zu verzetteln. Ich verzettele mich liebend gern. Überall in unserer Wohnung liegen spannende Zeitungsfetzen und aufregende Bücher herum, ständig stolpert man über die hier lebenden Nerds und Geeks, die sich auf dem Boden niedergelassen haben, um sich Dingen zu widmen, von denen sie Momente vorher noch gar nicht wussten, dass sie da sind. Okay, es sind nur zwei erwachsene Nerds und Geeks und ein Vierjähriger mit einem ziemlich morbiden Humor. Und Nerds sind wir auch gar nicht, dafür reichen die Computerkenntnisse definitiv nicht aus. Wir haben aber eine große Star Trek-Sammlung!
Wie man auch an diesem Eintrag merkt, kommen solche Underachiever wie ich zu selten zu einem sinnvollen Abschluss, trudeln mal hierhin und dahin, je nachdem von wo der Wind bläst. Manchmal frage ich mich, ob ich auch etwas anderes als ein Underachiever hätte werden können. Hm. Unerfreulich. Na, vielleicht auch nicht.
Ist es nicht das Schwierigste im Leben herauszufinden, wer man ist? Was man ist? Seltsamerweise kenne ich furchtbar viele Leute, die längst sind, was sie immer sein wollten. Nämlich langweilig. Auch wenn ihnen das nie bewusst war. Ich dagegen war schon mit achtzehn total langweilig. Mittlerweile haben mich die anderen überholt. Und wenn sie mal ein bisschen Dope rauchen, halten sie sich wieder für Rebellen. Hausbesitzende Kaminrebellen. Da bleibe ich doch lieber Wohnraum mietender Underachiever.
Wie man auch an diesem Eintrag merkt, kommen solche Underachiever wie ich zu selten zu einem sinnvollen Abschluss, trudeln mal hierhin und dahin, je nachdem von wo der Wind bläst. Manchmal frage ich mich, ob ich auch etwas anderes als ein Underachiever hätte werden können. Hm. Unerfreulich. Na, vielleicht auch nicht.
Ist es nicht das Schwierigste im Leben herauszufinden, wer man ist? Was man ist? Seltsamerweise kenne ich furchtbar viele Leute, die längst sind, was sie immer sein wollten. Nämlich langweilig. Auch wenn ihnen das nie bewusst war. Ich dagegen war schon mit achtzehn total langweilig. Mittlerweile haben mich die anderen überholt. Und wenn sie mal ein bisschen Dope rauchen, halten sie sich wieder für Rebellen. Hausbesitzende Kaminrebellen. Da bleibe ich doch lieber Wohnraum mietender Underachiever.
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