Dienstag, 27. März 2012
Die totale Playmobilüberwachung
So weit ist es also schon.
Ich hab´s ja schon lange geahnt.
Die totale Überwachung unserer Kinder. Eine ganze Generation wird unter die Aufsicht ständig um sie herumwachenden Lehrpersonals und ihnen gleichgesetzter Freelancer gezwungen. Nichts bleibt unbeobachtet. Nicht in der Grundschule, danach erst recht nicht und Privatsphäre will man den jungen Leuten mal ganz aus dem Kopf pulen.
Und jetzt das: Ein Werbeblättchen von OTTO, darauf das (wirklich großartige) Angebot für die Pyramide, Sphinx mit Mumienversteck, ägyptischem Streitwagen und ägyptischen Soldaten von Playmobil und das für 59,99. Ehrlich. Haben wir natürlich gleich bestellt. Darunter steht der übliche Hinweis auf verschluckbare Kleinteile, aber jetzt kommt´s:
„2 Achtung! Enthält Spielzeug. Beaufsichtigung durch Erwachsene empfohlen.“
Wäre ja noch schöner, wenn die lieben Kleinen auch nur eine Sekunde ohne Beaufsichtigung wären! Und auch noch spielen! Ist ja scheußlich! Wer kommt nur auf solche Ideen? Kinder unbeaufsichtigt spielen lassen. Mit Spielzeug. Jesus!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 26. März 2012
Als die Neinjas die Sommerzeit abschafften
Ich erwähnte bereits, dass Neinjas einen Erleuchtungsgrad erreicht haben, der selbst für die Hellsten der Erleuchteten nur schwer nachvollziehbar ist. Auch wenn die Synode von Fukushima 1386 festgelegte, dass es nur eine a-atomare Form der Erleuchtung gibt. Erleuchtet oder nicht erleuchtet. Nun versuchen die Japaner auf etwas eigenwillige Art, andere Erleuchtungsmethoden auszutarieren, aber jedem Tierchen sein Plesierchen wie Konfusius sagt.
Eines Tages zwischen 1386 und letztem Jahr bemerkte der Neinja Flinker Affe tanzt in den Strahlen einen mächtigen Dämon, der sich anschickte, große Teile der Menschheit zu versklaven. Lediglich die Engländer boten ihm die Stirn, aber die kannte Flinker Affe tanzt in den Strahlen ja noch gar nicht (ein Nachfahre soll die Briten jedoch mit Tee in Kontakt gebracht haben, es waren keinesfalls die Gallier, wie manche französische Quellen behaupten). Dieser Dämon raubte den Menschen Zeit und brachte Verzweiflung und Schlafmangel. Vor allem aber stiftete er Verwirrung durch ein kollektives Unverständnis unter den Menschen. „Warum tun wir uns das an?“, fragten sie, als sie sich einer Stunde ihrer kostbaren Zeit beraubt sahen. Die anderen zuckten nur mit den Achseln. „Kennt Ihr jemanden, der das gut findet?“, fragte ein weiterer. Alle schüttelten den Kopf. „Glaubt Ihr, dass eure Könige das gut finden?“ Alle winkten ab, schüttelten den Kopf. „Gibt es also irgendeinen Grund für den Zeitraub?“
Als schon alle wieder mit dem Kopf schütteln wollten, erschien der Dämon, verkleidet als Weiser. „Ihr verbraucht weniger Kerzenwachs, denn abends bleibt es länger hell!“
"Ah" und "Oh" machten da die Leute und gingen beruhigt nach Hause. Einige fragten sich, ob Kerzen abends weniger Wachs verbrauchen als morgens, denn schließlich brach auch der Tag nun eine Stunde später an, aber sie wagten nicht zu fragen, hatte doch ein Weiser gesprochen.
Einige hundert Jahre später gab es die gleiche Diskussion. Da erschien wieder der Dämon, diesmal als westlicher Militärberater. „Es ist doch besser, wenn es später dunkel wird, dann können die Feinde Eure Häuser nicht sehen.“
Das leuchtete allen ein. Auch wenn die Häuser dafür am Morgen besser gesehen werden konnten.

Schließlich erschien Flinker Affe tanzt in den Strahlen. „Warum stellt Ihr denn zwei Mal im Jahr eure Uhren um, anstatt einfach immer die gleiche Zeit zu haben?“, fragte er. Schließlich war er erleuchtet.
„Hm ja“, meinte einer. „Das war halt immer so. Steigert angeblich die Produktivität. Stimmt aber nicht.“
„Findest du das gut?“, fragte Flinker Affe.
„Nein.“
„Kennst du jemanden, der das gut findet?“
„Nein.“
„Kennst du jemanden, der das doof findet?“
„Ja, viele. Alle.“
Flinker Affe tanzt in den Strahlen fragte den König, ob man diesen Unsinn nicht beenden könnte. Der schlug die Hände über dem Kopf zusammen.
„Das geht nicht. Alle machen doch mit. Das nennt man Globalisierung. Alleine können wir da gar nichts machen.“
„Klar könnt Ihr das“, meinte Flinker Affe tanzt in den Strahlen, verwirrte alle Könige und Kaiser der Region mit Neinja-Verwirrungspulver und vertrieb den Dämon. Der fand nährstoffhaltigen Boden und kriegszerdepperte Hirne in den westlichen Staaten. Die fanden die Ideen von gesteigerter Produktivität, Kerzen, Licht und allem anderen Unsinn ausgezeichnet.
So kam es, dass die Neinjas Asien von der Sommerzeit befreiten und ihre Kinder auch am 26.3. des Jahres pünktlich und ausgeschlafen in die Kindergärten bekommen.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 12. März 2012
Orgasmusaffen-App
Neulich beim Fullplaybacktheater: Ich inmitten einer Reihe von ca. 40 Leuten. Blicke nach rechts. Blicke nach links. Man kann glotzen, so viel man will – merkt keiner. Alle Blicke nach unten gerichtet. Auf Touchscreens. Apple. Alle. Alle. Alle alle. Das übliche Gemurmel vor Beginn einer Veranstaltung ist leise, ich glaube, das meiste beschränkt sich auf „schau mal dieses Foto von mir“, "schau mal die App dort". Ist es eigentlich Zufall, dass App auf rheinisch Affe bedeutet?
Ich musste an eine Next Generation Folge denken. Riker bringt von einem Liebe-, Lust- und Lasterplaneten Risa (oder so ähnlich) ein Gerät mit. Sieht aus wie ein Headset. Der Nutzer beeinflusst mit seinen Gehirnströmen bunte Kügelchen, die er in einen Trichter lenkt (vor seinem Inneren Auge). Zur Belohnung gibt es einen Reiz in der Libidoabteilung des Gehirns. Je mehr Kügelchen man in den Trichter befördert, umso stärker der Reiz. Irgendwann steht die Besatzung unter kollektivem Dauerorgasmus, wäre ja noch gar kein so großes Problem. Aber natürlich gibt es noch ein paar Bösewichte, die haben das Ganze als große Hypnoseshow angeleiert. Die wollen doch tatsächlich die Enterprise kapern. Am Ende geht natürlich alles gut aus. Die Orgasmusschurken werden gefangen.
Ich fühlte mich sehr an diese Situation erinnert.
Vielleicht gibt es längst so eine App Orgasmsmusaffe. Und weil die Leute ja zu Hause wahrscheinlich auch nur auf diese albernen Bildschirme gaffen und die Akkus nie zeitgleich den Geist aufgeben, hat auch niemand mehr Sex. Zumindest nicht mit anderen Menschen. Arme Welt. Ich prophezeie einen massiven Geburtenrückgang bei ???-Fans zwischen 25 und 40.
Kann man Leute mit einem Handy hypnotisieren? Apple soll schon positive Versuche mit Affen absolviert haben. Da Affen keine Handys kaufen, muss man sich was anderes einfallen lassen. Man mache aus aufgeklärten, mehr oder minder jungen Menschen Affen und schon gaffen sie auf die Touchscreens wie ihre Verwandten auf das Loch, in dem das Salz versteckt ist. So kann man wirklich Affen fangen. Die Affen wissen genau, dass es eine Falle ist. Sie haben Angst vor den Menschen. So wie viele Menschen anscheinend auch. Trotzdem greifen die Affen in das Loch und kriegen die Pfote mit dem Salz nicht mehr raus. Die lassen nicht los. So wie ein iPhone-Besitzer auch nicht loslässt. Nie. Auch ne Art von Affenapp.
Schöne Neue Welt.

... link (0 Kommentare)   ... comment